Ja(hr) zur regenerativen Agrikultur

Praxisstudienzeit für Gestaltende einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

Geplante Präsenztermine:

werden bald bekannt gegeben

Kontext und Ziel

Die aktuellen globalen Herausforderungen und ökologischen Krisen erfordern umfassende Transformationen in der Landwirtschaft. Es braucht praxisnahe Ausbildungsangebote, um die Landwirt*innen von morgen zu befähigen diesen Wandel positiv zu gestalten. Die Ansätzen der Regenerativen Agrikultur zielen darauf ab die landwirtschaftlichen Ökosysteme so zu bewirtschaften, dass wir Klimaschutz und -anpassung betreiben, die Gesundheit der Böden und der Biodiversität vermehren, Wasserverfügbarkeit sichern und gleichzeitig höhere und nahrhaftere Erträge realisieren. Unser ganzheitlicher Ansatz einer Regenerativen Agrikultur ist darüber hinaus eingebettet in eine soziale Kultur von Kokreation und Potentialentfaltung.

Hof SonnenwaldEs gibt bisher kaum Orte an denen das erforderliche Knowhow hierfür praxisnah erlern- und erfahrbar ist. Eine große Nachfrage gibt es jedoch – die wenigen Pionierhöfe in Deutschland werden von Praktikums- und und Ausbildungsanfragen überrannt.

Mit der Praxis-Studienzeit auf dem Hof Sonnenwald möchten wir 25 Multiplikator*innen fundiert ausbilden regenerative Agrikultur in der landwirtschaftlichen Praxis sowie in Gesellschaft und Politik wachsen zu lassen. Die Praxisstudienzeit soll befähigen Ansätze der Regenerativen Agrikultur in die Praxis zu bringen, eigene Höfe und Projekte zu starten, die Inhalte in Vorträgen, Wochenende oder Wochenseminaren weiterzugeben und den fachlichen und politischen Diskurs voranzubringen. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Forschungszeit wollen wir dokumentieren und als Vorlage für ein Praxisstudienjahr 2.0 im Jahr 2023 nutzen. Außerdem planen wir ausgewählte Impulse via youtube frei zu veröffentlicht.

Zielgruppe

Die Ausbildung richtet sich vorwiegend an Menschen, die bereits ein landwirtschaftliches Studium oder eine Ausbildung machen oder diese bereits abgeschlossen haben, und danach streben Skills und Knowhow zu erwerben, um regenerative Agrikultur in die Praxis zu bringen. Daneben sind wir bis zu einem Umfang von maximal 30 % der Teilnehmenden offen für Menschen mit geringer landwirtschaftlicher Vorbildung aber hoher Motivation für das Thema Regenerative Agrikultur.

Inhalte, Ablauf und Struktur

Das einjährige Programm besteht aus drei mehrwöchigen Präsenzphasen auf dem Hof Sonnenwald im Wechsel mit freieren Lernphasen. Präsenzzeiten bestehen aus drei Komponenten:

  1. intensive Seminarzeiten mit fachlichem Input in mehrtägiger Blockstruktur, Reflexions und Integrationszeiten (siehe Inhalte)
  2. praktische Mitarbeit am Hof Sonnenwald;
  3. Selbststudium und Praxisforschung an persönlichen oder konkreten Fragestellungen des Hofes. Sowie Planung der freien Lernphasen.

Inhaltlich widmen wir uns neben dem ökologischen und ökonomischen Themen auch explizit sozialen Aspekten einer Regenerativen Agrikultur und der Persönlichkeitsentwicklung.
Im gemeinschaftlichen Zusammenleben können sich die Teilnehmenden selbst in Gruppe erfahren und ihre Potenziale besser kennenlernen. Ein Team unterstützt die Gruppe bei der Selbstorganisation und Mitgestaltung des Lernprozesses sowie bei der Reflexion des Lern- und Gemeinschaftsprozesses.

Die freien Lernphasen liegen zwischen den Präsenzphasen und sind individuell gestaltbar z.B.: Praktikas, Arbeit am eigenen Projekt, Höfetour. Dabei können die Teilnehmenden auf unser umfangreiches Netzwerk zurückgreifen. Sie sind durch Peergroups (die sich durch gemeinsame thematische Schwerpunkte finden) und Mentor*innen begleitet. Regelmäßige Videokonferenzen dienen dem Austausch, Reflexion des Lernfortschrittes und der Stärkung der eigenen Ausrichtung.

Ort und Team

Logo Hof SonnenwaldDie Präsenzzeiten finden angebunden an den Hof Sonnenwald für regenerative Agrikultur statt, eingebettet in den Lernort der Gemeinschaft Sonnenwald. Hier können viele Prinzipien und Methoden der Regenerativen Agrikultur direkt in der Praxis beobachtet und erfahren werden.

Paul Hofmann vereint aufbauend auf seinem Studium BSc “Ökolandbau und Vermarktung” und MSc “Ökoagrarmanagement” in Eberswalde & Witzenhausen eine tiefe Auseinandersetzung mit regenerativer Agrikultur und multifunktionalen Agroforstsystemen mit landwirtschaftlicher Praxis und Erfahrungen aus dem 7-jährigen Gemeinschafts-Gründungsprozess. Seit 2019 ist er Bereichsleiter im Ackerbau und Agroforst auf dem Hof Sonnenwald.

Team Agroforst-JahrMarie Emma Haas ist staatlich geprüfte und anerkannte Ergotherapeutin. Sie ist Maßgeblich an Konzeption und Aufbau des Lebenslernort Sonnenwald beteiligt, hat dort zahlreiche Bildungsformate konzipiert und durchgeführt. Inhalte dieser sind Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung, Gemeinschaft und die Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Möglichkeiten unserer Zeit. Marie hat viel Erfahrung bei der Begleitung von Gruppen in die Selbstorganisation.

Olef Koch hat MSc “Agroforstwirtschaft und Ernährungssicherheit” (Bangor) sowie BSc “Landschaftsnutzung und Naturschutz” (Eberswalde) studiert. Seit 2012 engagiert er sich in praktischen und wissenschaftlichen Projekten für die Etablierung von resilienten und zukunftsfähigen Landnutzungsformen. Unter anderem hat er das Agroforst Modellprojekt “AckerbauM” mit begleitendem Praxismodul (HNEE) mit aufgebaut und ist im Bereich Praxisforschung am Hof Sonnenwald tätig.

Sarah Schöne ist studierte Ökosystemmanagerin und hat den Market Garden des Hof Sonnenwald konzipiert und praktisch aufgebaut. Sie ist sehr vertraut mit Permakultur und Wildkräutern. Als Gemeinschaftsgründerin hat sie viel Erfahrung in der Begleitung von Gruppen. Sarah beschäftigt sich auch intensiv mit Körperarbeit. Die Somatikerin forscht zu der Frage wie wir regenerative Kulturen des Miteinanders schaffen können.

Finanzen

Die Kosten für die Organisation und Durchführung des Bildungsprogramms kalkulieren wir aktuell auf ca. 250.000 € incl. Planung, Personalkosten, Honorare, Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Verwaltung, Materialkosten, Forschungsmittel. Einen Teil der Kosten möchten wir über eigene Beiträge der Teilnehmenden finanzieren.

Zukünftige Anerkennung angestrebt

Die Praxisstudienzeit ist ein Prototyp mit dem wir perspektivisch auch die offiziellen (Aus-)bildungslandschaften beeinflussen möchten.

  • Teil-Akkreditierung als Modul an landwirtschaftlichen Hochschulen,
  • Ecovillage-Design-Education-Course?
  • Permakultur-Design-Diplom

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